Conall

Cone The Weird

Der gebürtige Münchner Cone The Weird begann 1993 mit Graffiti. Geprägt wurde er durch den frühen Zugang zu Sammlungen von Bildbänden, Comics und illustrationslastiger Fachliteratur. Schon im Kindesalter faszinierten ihn die darin verborgenen Bildwelten, ihre Gegensätzlichkeiten und ihre inhärenten Mythologien. Holzschnitte aus dem späten Mittelalter, die Malerei der Renaissance bis hin zum Surrealismus, viktorianische Werbedrucke sowie die Gestaltungswelten von Plattencovern hinterließen Spuren in seiner gestalterischen Entwicklung. Dabei verhielt sich sein Wissensdurst in Bezug auf Darstellungstechniken ähnlich eklektisch. Mit den Jahren gewannen die Figuren die Oberhand und Cones Motive sind mittlerweile fast ausschließlich davon geprägt. Seit 2006 malt er überwiegend in Schwarzweiß und konzentriert sich auf Tuschzeichnungen. Dahinter steckt der Gedanke, Effekte zugunsten des Feinschliffes an der Figurengestaltung sowie an den Bildinhalten zu reduzieren. In seinen Ausstellungen werden überwiegend die Art von Tuschzeichnungen gezeigt, die in den letzten Jahren zu einem Markenzeichen von Cone The Weird wurden.

Durch sein Studium Visueller Kommunikationsdesign kam er nach Saarbrücken. Dieses schloss er dort auch ab, absolvierte mit Auszeichnung, erhielt ein Stipendium der Universität des Saarlandes und arbeitete anschließend als Lehrbeauftragter für Illustration an der HBK Saar. 2010 gründete er mit fünf befreundeten Designern Bureau Stabil, eine Kreativgemeinschaft für (freies) Kommunikationsdesign und ähnliches.

2011 formierte er sich mit 9 weiteren Künstlern – namentlich als Rookie, DXTR, Low Bros, Nychos, Frau Isa, Herr von Bias, Vidam und Look bekannt – zu dem international und interdisziplinär agierenden Künstlerkollektiv The Weird.

„Cones außergewöhnliche und eigenständige Bildsprache ist geprägt von der visuellen Kultur des Comic und seinem frühen Zugang zu illustrierten Bildbänden. Schon im Kindesalter entwickelte er eine Faszination für Illustrationen und grafische Darstellungen. Holzschnitte aus dem späten Mittelalter, die Malerei der Renaissance, Motive des Surrealismus oder der Pop Art, viktorianische Werbedrucke, aber auch die Gestaltung von Plattencovern hinterließen Spuren in seiner künstlerischen Entwicklung. Bereits 1993 begann der gebürtige Münchner mit Graffiti und konzentrierte sich hierbei mehr und mehr auf das Charakterdesign, sodass die Figur innerhalb der Komposition in den Vordergrund rückte und nun die aktuellen Arbeiten fast ausschließlich prägt. Seit 2006 malt Cone überwiegend in Schwarzweiß und wandte sich der Tuschzeichnung als bevorzugtem Medium zu. Cones hochkomplexe Zeichnungen, die kompositorisch wie auch inhaltlich verschiedene Bedeutungsebenen miteinander verschmelzen, basieren auf den popkulturellen Mythologien der Graphic-Novel-Tradition und der Grafitti-Szene. Allerdings geht der Künstler hier weit über die üblichen Codes hinaus und sucht in seinen Zeichnungen und Wandbildern nach alternativen Formen zum Comic und den Wall-Paintings im öffentlichen Raum. In den motivisch dichten und außerordentlich detailreichen Zeichnungen finden sich versteckte Botschaften, die sich erst bei intensiver Betrachtung erschließen und den Betrachter belohnen, wenn er sie entdeckt.

In einer neueren Werkreihe spielt Cone mit der eigenen Identität, indem er fiktive Teilrealitäten in serielle Selbstporträts integriert und so die autobiografische Situation hypothetisch auflädt. Cones Arbeiten wurden in zahlreichen Messen, Einzel- und Gruppenausstellungen in München, Köln, Hamburg, Berlin, Luxemburg, Wien, Basel, Montpellier, Strassburg, Eindhoven und Detroit gezeigt.
2012 war er Kurator der „4560 — URBAN ART SHOW“, die in der Stadtgalerie Saarbrücken gezeigt wurde. Neben der Ausstellungstätigkeit in Galerien hat Cone in diversen Ländern Europas und in den USA seine Spuren hinterlassen und seine Bilder im öffentlichen Raum platziert.“

Text: Dr. Andreas Bayer